Neue EnEV frühestens ab 2014

Die neue Energieeinsparverordnung wird nach langem Hin und Her nun doch erst ab dem Jahr 2014 in Kraft treten.
Im Februar 2013 hat das Bundeskabinett den Entwurf der Zweiten Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung verabschiedet. In diesem Entwurf für die Novellierung der seit dem Jahr 2009 gültigen EnEV sind folgende Maßnahmen enthalten:

  • Zwischen den Jahren 2014 und 2016 soll der zulässige Jahresprimärenergiebedarf von Neubauten im Vergleich zur aktuell gültigen Energieeinsparungsordnung um je 12,5 Prozent sinken. Eine Reduzierung von jeweils 10 Prozent soll für den maximal erlaubten Wärmeverlust durch die Gebäudehülle gelten.
  • Es bestehen keine Nachweispflichten oder verschärfte Einspareffekt für bestehende Gebäude in der neuen Energieeinsparverordnung.
  • Bei einer Vermietung oder einem Verkauf in Immobilienanzeigen müssen die energetischen Kennzahlen mit angegeben werden. Hierbei müssen sich die jeweiligen Werte auf die Wohnfläche und nicht wie bisher auf die Nutzfläche des Gebäudes beziehen.
  • Sowohl Vermieter als auch Verkäufer sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Energieausweis an den neuen Mieter bzw. den Käufer zu übergeben. Dieser muss dem Käufer oder Mieter bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden.
  • Zudem soll ein unabhängiges Stichprobenkontrollsystem für Energieausweise sowie für Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen eingeführt werden. Jedoch wird es kein Betretungsrecht für Wohnungen geben.
  • – Im Bereich der Sanierung werden die U-Werte nicht verschärft. Jedoch muss bei der Dämmung die Wärmeleitgruppe – WLG – 035 anstatt 040 eingesetzt werden, sofern die Dämmdicken begrenzt sind (durchschnittlich eine Reduzierung der Primärenergie von ca. 2 Prozent). Jedoch ist durch eine Intervention des Bundesumweltministeriums – BMU – eine Verschärfung vorauszusehen.
  • – Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen wird der Jahresprimärenergiebedarf gegenüber 2009 um durchschnittlich 5 Prozent gesenkt werden.
Energie sparen. Haus mit Wärmebild Kamera. © Gina Sanders - Fotolia.com

Energie sparen. Haus mit Wärmebild Kamera. © Gina Sanders – Fotolia.com

Die gesetzlichen Grundlagen der neuen Energieeinsparverordnung

Anlass für die Novellierung der Energieeinsparungsverordnung aus dem Jahr 2009 ist eine neugefasste Richtlinie seitens der EU über die Gesamtenergieeffizienz von Immobilien aus dem Jahr 2010. Des Weiteren ist die Bundesregierung in der Verantwortung, ihr Energiekonzept sowie die im Jahr 2011 gefassten Beschlüsse zur Energiewende zum Einsatz zu bringen.

Vor dem Beschluss einer neuen Energieeinsparverordnung muss die Bundesregierung jedoch das geltende Energieeinsparungsgesetz erneuern. Erst durch dieses Gesetz wird sie dazu ermächtigt, entsprechende Verordnungen für den Baubereich zu erlassen bzw. zu ändern. Die Energieeinsparungsordnung muss jedoch nicht das nationale Verfahren durchlaufen. Ebenso ist eine Notifizierung in Brüssel erforderlich. Gleichzeitig muss die neue Energieeinsparverordnung auch das Gesetzgebungsverfahren, also die Zustimmung durch den Bundesrat, durchlaufen haben.

Jedoch kann mit einem Inkrafttreten der neuen Energieeinsparungsordnung frühestens ab dem Januar 2014 gerechnet werden.

Weitere Informationen z.B. auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Energieeinsparverordnung